Historie

huettmesgruen_damals.jpg Das jetzt völlig von der Natur zurückeroberte Dorf Hüttmesgrün lag auf dem steilen südöstlichen Hang des Hügels Kupa (835 m) auf dem rechten Ufer des Flüsschens Osvinovského (Hüttmesgrünerbach / Zwieselbach) auf einer Höhe von 620 bis 720 m im Erzgebirge, ca. 2,5 km nördlich der Burg Hauenstein (Horní Hrad). Das Dorf hatte eine Volksschule. Die letzte Post war Schönwald (Krásný Les), die nächste Eisenbahnstation war Hauenstein-Warta.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus den staatlichen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1497. In den Steuerunterlagen des Jahres 1654 hat das Dorf den Namen Hipmonsgryn, 1758 wird es als Hüttmannsgrün, Hitmesgrün geführt.

Das Dorf wurde dem Benediktiner-Kloster in Postoloprty am Ufer der Eger und Klášterce gespendet. Später gehörte es dann zu Hauenštejn. Bemerkenswert ist, dass das Dorf nicht im Tal entlang des Baches entstanden ist, sondern an einem steilen Hang. Nach der Sommer-Topographie von 1847 gab es 51 Häuser mit 346 Einwohnern in dem Dorf.

Während des 19. Jahrhunderts wurde die Dorfschule gegründet. Pensionierte Soldaten oder Handwerker, die den Kindern Lesen und Schreiben beibringen konnten, zogen von einem Dorf zum anderen. Das Inventar der „Schule“ bestand aus zwei Bänken und einer Tafel. Von 1852 bis 1876 gingen die Kinder in die Pfarrei von Schönwald zur Schule. Dann hat das Dorf eine eigene Schule gebaut.

huettmesgruen_karte_1842.jpgIm Jahre 1890 gab es 52 Häuser, in denen 321 Einwohner lebten. Im Jahr 1921 lebten in dem Dorf 327 Einwohner in 59 Häusern. Das Dorf hatte eine Fläche von 466 Hektar. Der größte Teil war Wald (65%) und es gab Felder, Wiesen, Weiden. Ein kleiner Teil war unproduktive Fläche (3%). Gut gediehen damals Roggen und Hafer. Experimente mit Gerste und Weizen blieben erfolglos. Aber auch Kartoffeln wurden angebaut. In der Vergangenheit wurde auch viel Flachs angebaut, was sich später jedoch nicht mehr lohnte.

Obst und Gemüse, vor allem Kirschen, Äpfel und Pflaumen, reichten für den eigenen Verbrauch, jedoch waren die Früchte von schlechter Qualität. Die Bevölkerung verbesserte ihre Lebensbedingungen durch das Sammeln und Verkauf von Heidelbeeren, Preiselbeeren und Pilzen. Nur 12 Landwirte im Dorf konnten ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft verdienen.

huettmesgruen_pazellenausweis_1842.jpgIm Dorf lebten 37 Maurer und 11 Waldarbeiter. Mehrere Bewohner arbeiteten in der Fabrik James und im Steinbruch. Außerdem gab mehrere Handwerker und Händler, Müller, Bäcker, Schreiner und Tischler. Auch mit Binden von Reisigbesen, Weben von Stroh, Fertigen von Schindeln, Herstellen von Fackeln und durch Klöppeln wurde die Existenz gesichert.

Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung am Ende des zweiten Weltkrieges ist das Dorf nach und nach verschwunden. Bis zum Jahr 1955 wurde das Dorf Vrch (Hüttmesgrün) noch als zu Schönwald (č. Krásný Les) gehörende Siedlung aufgeführt. 1) 2) 3)

Geschichte (Abriss)

huettmesgruen_fundemente_2013_ximm012_11.jpg 1497: Erste schriftliche Erwähnung des Dorfes.4)

1654: 11 Häuser.5)

1847: 51 Häuser und 346 Einwohner.

1890: 52 Häuser mit 321 Einwohnern, alle katholisch, alle mit deutscher Umgangssprache.

1913: 59 Häuser mit 397 Einwohnern, alle mit deutscher Umgangssprache.

1920/21: 59 Häuser mit 327 Einwohnern, Nationalitätscharakter der Gemeinde: deutsch.

Am 10. Oktober 1946 mussten die letzten Deutschen das Dorf verlassen. Der letzte Transport ging über Neudeck in die damalige sowjetische Besatzungszone. Im Jahr 2006 waren von 280 Einwohnern noch ca. 60 am Leben. „Im Jahr 1966 wurde unsere Heimat der Natur zurückgegeben. Auf der Landkarte ist Hüttmesgrün nicht mehr zu finden, aber in unseren Herzen noch tief verwurzelt“ 6)

Hüttmesgrün Gemeinde Gedenkbuch (Chronik)

huettmesgruen_gemeinde_gedenkbuch_chronik_.jpg Dank der fleißigen Übersetzung der Sütterlin-Aufzeichnungen durch Isolde Foh (geb. Langer) aus Leitmeritz können wir das detailreiche „Hüttmesgrün Gemeinde Gedenkbuch“ (die „Chronik“) von Anton Harzer nun auf unseren Seiten als exklusiven Download zur Verfügung stellen:

Hüttmesgrün Gemeinde Gedenkbuch (Chronik)

Wir hoffen damit ein bisschen dazu beizutragen, dass der Ort Hüttmesgrün nicht vergessen wird, und somit diese wertvollen Informationen (mit Geschichte und Geschichten) der Nachwelt erhalten bleiben. - Ganz besonders freut uns dabei die Zusammenarbeit mit Stefanie Wahren, der Enkelin des Schulleiters, Anton Harzer, die dies erst möglich gemacht hat.

1) , 4)
Quelle: http://www.pamatkyaprirodakarlovarska.cz (übersetzt, gekürzt und bearbeitet: Josef Fischer, 2013)
2)
Quelle Karten: http://www.nacr.cz, Tschechisches Nationalarchiv, ca. 1842
6)
Quelle: Erna Grund, Heimatblatt „Mei' Erzgebirg'“, 2006
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